Lächelnde Flaumfeder im Wind der Ideen Zum Gedenken an Evthymios (Makis) Varlamis 1942-2016

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Von Heinz Gstrein

 Wien. Griechenland, Österreich und die Welt der Kunst sind um einen ihrer großen Meister ärmer: Am 27. Dezember erlag der „Allroundkünstler“ Evthymios (Makis) Warlamis einem langen, schweren Leiden. Er verstarb im Alter von 75 Jahren, von denen er die letzten 50 im niederösterreichischen Schrems an der böhmischen Grenze verbracht hatte. Die Qualität und Vielseitigkeit seines Schaffens dokumentierten zahlreiche internationale Ausstellungen und die Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst.

An seiner Verabschiedung in Schrems durch Stadtpfarrer Herbert Schlosser nehmen einträchtig der griechisch-orthodoxe Metropolit von Österreich, Arsenios Kardamakis, und der römisch-katholische Bischof von St. Pölten teil, Klaus Küng. Die Anwesenheit des Landeshauptmanns Erwin Pröll sowie internationaler Prominenz aus Kultur und Kunst unterstreichen die Bedeutung von Warlamis und die Schmerzlichkeit seines Verlusts.

Religiöse Motive gehören zu jenen, die der Künstler gern dargestellt hat.  Für ihn sei die Beziehung zu Christus nichts Theoretisches, sondern eine Erfahrung, die ihn von Kindheit an präge, sagte Warlamis einmal anlässlich einer Ausstellung. Zur Zeit des griechischen Bürgerkrieges in den 1940er Jahren habe er mit seiner Mutter in einer Kirche Zuflucht gefunden, die Christus-Ikone darin sei ihm Trost und Schutz gewesen. Er habe es immer wieder «gewagt, christliche Themen wie Golgotha, die Auferstehung und die Geburt Christi zu malen», so Warlamis. Für ihn sei es «an der Zeit», dass sich die Kunst in Bezug auf Glauben und Religion «zurückmeldet».

Evthymios Varlamis wurde 1942 in Veria geboren. Dort wird er auch am 14. Jänner zur letzten Ruhe gebettet. Varlamis war Architekt, Maler, Designer, Dichter, Schriftsteller, Pädagoge und Museumsgründer. Seit 50 Jahren lebte er in Österreich, war verheiratet mit der Künstlerin Heide Warlamis und Vater der in den USA lebenden Politikwissenschaftlerin Daphne Warlamis. Der Verstorbene pflegte Kontakt mit zahlreichen international bekannten Persönlichkeiten wie Mikis Theodorakis und Friedensreich Hundertwasser, aber auch mit Papst Benedikt XVI. und dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

«Für Warlamis war die Kunst ein Medium, das alle Bereiche des Lebens durchdringt, gestaltet und erneuert», heißt es in einem der vielen jetzt veröffentlichten Nachrufe. Er habe sich und seine Kunst eingesetzt für Verständigung und Dialog zwischen den Kulturen und Generationen.

Als Professor lehrte Warlamis an verschiedenen europäischen Universitäten, initiierte 1995 die «World Ecological Academy of Santorini» und leitete 1988 die Meisterklasse für experimentelle

Architektur an der Internationalen Salzburger Sommerakademie in

Zusammenarbeit mit Friedensreich Hundertwasser. Gemeinsam mit seiner Frau gründete und leitete er 1992 das Internationale Zentrum für Kunst und Design «I.DE.A.» sowie ab 2009 das von ihm entworfene Kunstmuseum Waldviertel in Schrems mit seinem Skulpturenpark.

 Warlamis begann sein Werk im Umfeld der radikalen Wiener

Architektenavantgarde der 1970er Jahre mit Ausstellungen,

experimentellen Kunst- und Architekturprojekten, sowie

soziokulturellen und städtischen Forschungsprojekten, und entwickelte sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einem «Gesamtkunst-Künstler. Zu seinen architektonischen Arbeiten zählen u.a. das Projekt für die Musikhalle Hamburg und die Kirche der Frohen Botschaft in Waidhofen an der Thaya.

und das Kunstmuseum Waldviertel mit dem Skulpturenpark. Über sein Planungskonzept zu einer Krypta für den Apostel Paulus in Rom schrieb Benedikt XVI. an Warlamis: «Ich finde es bewegend, dass Sie Ihre Arbeit als Architekt als theologischen Auftrag auffassen… In meinen Gedanken und Gebeten begleite ich Ihre Arbeit…»

 Warlamis’ malerisches Oeuvre umfasst zahlreiche große Bilderzyklen wie «Christus Heute». Seine Werke sind vertreten in internationalen

öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a. in der Wiener Albertina,

Wien, dem Mumok Wien, im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und in der Sammlung des Landes Niederösterreich.

 Abschied genommen hat Evthymis Warlamis mit einem Gedicht, das nach seinem Willen nicht zu seinen Lebzeiten veröffentlicht werden durfte: „Frei bin ich jetzt für alles und flieg wie ein Flaum im Wind durch die Milchstraßen der Ideen. Wie viele leichtfüßige Seelen fliegen um mich, freuen sich mit mir und lächeln!“

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