Erdogans hausgemachtes Silvester-Attentat!

hayir

Von Heinz Gstrein

In der Türkei hat das Neue Jahr hat mit dem ebenso blutigen wie
heimtückischen Anschlag auf den Istanbuler Schickeria-Nachtclub
„Reina“ begonnen. Im Nobelviertel Ortaköy am Bosporus, wo bis heute
Juden und Christen den Ton angeben. „Reina“ bedeutet „Königin“ auf
Judenspanisch, wie es von den Istanbuler Sepharden gesprochen wird.
Kein Wunder, dass die noch nicht gleichgeschaltete türkische Presse am
Neujahrssonntag das Reina-Blutbad mit jenem im Pariser „Bataclan“
vergleicht. Beide Etablissements haben jüdische Eigentümer.

Im Unterschied zu Paris, wo der „Islamische Staat“ zuschlug, erscheint
der Anschlag im „Reina“ jedoch türkisch-hausgemacht: Seit Wochen läuft
am Bosporus eine „von oben“ betriebene oder zumindest geduldete
islamistische Kampagne gegen „artfremde“ Weihnachts- und
Neujahrsfeiern. Im Ausland wurde das erst mit dem Weihnachtsverbot an
einer deutschen Auslandsschule in Istanbul bekannt. Doch jetzt hingen
rund um das „Reina“ Plakate, die einen aufrechten Türken im Kampf mit
einem Weihnachtsmann zeigen. Tatsächlich hat sich dann der Attentäter
im Kostüm eines Weihnachtsmanns eingeschlichen…

Angesichts solcher Zustände im Inneren ist Staatschef Recep Tayyip
Erdogan wirklich auf seine außenpolitische Aufwertung von Putins
Gnaden angewiesen. Er scheint noch mehr als Moskau und Teheran
Hauptgewinner der neuen „Pax Russo-Turco-Iranica“ für Nahost. Nach
seiner gescheiterten Syrienpolitik einer Ersetzung von Baschar
al-Assad in Damaskus durch ein Islamistenregime hat er jetzt gerissen
den Kurs gewechselt und sich auf die Seite der russisch-iranischen
Assad-Freunde geschlagen. Sein Feind ist jetzt der Westen, wie er in
seiner Neujahrsbotschaft unverhohlen verkündet. Die Türkei stehe heute
wieder dort wie 1920, als sie mit einzig sowjetischer Hilfe gegen den
Rest der Welt gekämpft hat.

In Syrien schweigen zwar von Idlib im Norden bis zum südlichen Deraa
endlich die Waffen. Ein „Neujahrswunder“, das sich aber schon länger
mit dem Abdanken der USA als Weltpolizist, Versagen der Vereinten
Nationen, der Rückkehr Russlands nach Nahost, einer zähen Behauptung
des Assad-Regimes und dem Eingreifen der Regionalmächte Iran und
Türkei abzuzeichnen begann. Die  Gefahr wächst, dass die Türkei den
Waffenstillstand zu einem Vernichtungsfeldzug gegen Syriens Kurden
nutzen wird. Diese haben daher gleich zum Jahreswechsel einen Kongress
aus allen drei befreiten Gebieten des syrischen Kurdistans versammelt:
dem Ost-Euphratland, dem akut bedrohten Gebiet um Manbidsch und ihrem
Anteil an Aleppo und dessen nordwestlichem Hinterland. Die
Syrien-Kurden wollen ihrem Ausschluss vom Friedensprozess mit baldiger
Unabhängigkeitserklärung begegnen. Ihre Eigenstaatlichkeit wird aber
kaum jemand anerkennen…

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