Ein Glauben in vielen Begriffen und Formulierungen Orthodoxer Diasporatheologe Larentzakis verteidigt Konzil von Kreta – Zukünftige konziliäre Entwicklung werde es bestätigen

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Heinz Gstrein                                                

Graz/Athen. Die bisher gründlichste Untersuchung zu den Ergebnissen des orthodoxen Konzils (Heilige und Große Synode der Orthodoxie) von Kreta im letzten Juni und den Einwänden seiner Gegner hat nun Prof. Grigorios Larentzakis unter dem Titel „Die Methode der Kirchenväter und Allgemeinen Kirchenversammlungen im Unterschied zu den Leugnern der Heiligen und Großen Synode“ veröffentlicht. Ihr griechischer Text ist in zwei Folgen auf der dem Ökumenischen Patriarchat nahestehenden Website „amen.gr“ in Athen erschienen.

Einleitend weist der an der Universität Graz emeritierte griechisch-orthodoxe Theologe darauf hin, dass sich schon die altchristlichen Kirchen- und Konzilsväter der Sprache ihrer Zeit bedient haben. Das sei ein auch heute nachahmenswertes Beispiel. Indem auch von der Patristik Fachausdrücke der altgriechischen Philosophie übernommen wurden, machten sie den christlichen Glauben ihren Zeitgenossen verständlich. Besonders wichtig wurde die Heranziehung des griechischen Fachausdrucks Prosopon (Person) zur Bezeichnung der drei Personen des einen Gottes. Von der Trinitätslehre gelangte der Terminus dann auch in die orthodoxe Christologie und Anthropologie. So hat die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung von Graz 1997 alle Kirchen und Verantwortlichen Europas zur Betonung der „Würde der menschlichen Person“ aufgerufen. In der „Charta Oecumenica“, die 2001 von allen Kirchen Europas angenmmen wurde, ist von der „Würde der menschlichen Person als Abbild Gottes“ die Rede. An die Stelle des Individuums ist so in der orthodoxen Anhropologie und Soziologie auf der Basis der Kirchenväter die menschliche Person getreten.

Dieser Ausdrucksweise bediente sich auch jetzt das Konzil von Kreta in mehreren Texten und in seiner Abschlusserklärung. Dort wird sogar der Zusatz „uns ähnlich“ (Gen 1,26) verwendet. Einer der Hauptkritiker des Konzils, Metropolit Hierotheos Vlachos von Navpaktos in Mittelgriechenland, erhebt hingegen den Vorwurf einer Abweichung zum Menschenbild der deutschen idealistischen Philosophie. Dafür beruft er sich auf den später in England lebenden Athos-Starzen Sophronij Sacharow (1896-1993). Larentzakis wirft zu dieser Argumentation die Frage auf, wer denn schließlich mehr Gewicht habe: Die Kirchenväter und alten Konzilien oder ein Starez Sophronij?

Er verweist weiter auf das Zeugnis des Wüstenvaters Makarios des Ägypters (300-391), der in der persönlichen Begegnung der Menschen untereinander eine der wichtigsten Tröstungen in diesem Leben erblickte. So gehöre es zu den Höllenqualen, dass die Verdammten keine Gesichter (die Grundbedeutung von prosopon) mehr hätten (PG 34, 257). Genau darin liege – so Larentzakis – der oft höllische Zustand auf Erden, da sich die Menschen nicht mehr persönlich, sondern als Individuen im Konkurrenzkampf aller gegen alle begegnen. Hingegen sollte das Vorbild des innertrinitarischen Verhältnisses der drei göttlichen Personen auch für alle zwischenmenschlichen Beziehungen in Familie, Gesellschaft und Staat gelten, wie es schon der hl. Athanasios der Große beschrieben hat. Er fand darin bei den hhl. Basilios, Gregorios dem Theologen (von Nazianz) und im Spätmittelalter beim Hagios Grigorios Palamas (1297-1359) würdige Nachfolger.

Zum Ende seiner Entgegnung auf diese und andere Wortklaubereien der Konzilsgegner, besonders jener in Griechenland, weist Larentzakis auf die Empfehkung der Kirchenväter hin, in der Kirche nicht über Wörter und dogmatische Formulierungen zu streiten, sondern sich um die Liebe untereinander und die rechte christliche Gesinnung zu bemühen. Derselbe, eine Glaube könne mit verschiedenen Worten und Begriffen ausgedrückt werden!

Das richtet sich gerade jene heutigen Konzilsgegner, die ihre Einwände als „den Heiligen Vätern gemäß“ bezeichnen, in Wahrheit aber weit vom Geist der Kirchenväter entfernt sind. Sie halten sich sklavisch an den Wortlaut der Vätertexte, ohne ihren tieferen und damit zeitlosen Sinn zu erfassen.

Im zweiten Teil seiner Untersuchung beschäftigt sich Prof. Larentzakis mit der Behauptung der Patriarchatskirchen von Antiochia, Moskau, Bulgarien und Georgien, ihre Abwesenheit vom Konzil auf Kreta habe dieses ungültig gemacht. Er verweist auf Beispiele aus der alten, ungeteilten Kirche des ersten christlichen Jahrtausends, in denen sich Konzilsschwänzer nur selbst ins Abseits gesetzt hatten, statt die Gültigkeit und schließlich auch gesamtkirchliche Akzeptanz von Konzilien und ihrer Beschlüsse zu beeinträchtigen.

Das Beispiel der frühen Christenheit gelte auch für nachträgliche Billigung zunächst angefochtener Kirchenversammlungen und eine spätere Unzerzeichnung ihrer Beschlüsse. Gerade dazu ruft Grigorios Larentzakis jetzt die Kirchenführungen in Damaskus, Moskau, Sofia und Tbilissi sowie jene Bischöfe aus Griechenland und Zypern auf, die das Konzil von Kreta noch in seiner Gesamtheit ablehnen oder einzelne seiner Dokumente – wie vor allem das „Ökumenismusdekret“ – noch nicht unterzeichnet haben. „Die Zukunft steht dafür in der weiteren konziliären Entwicklung der Orthodoxie weit offen!“

 öki

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