Assads Flagge über Aleppo. Regime von Damaskus und Russen die großen Gewinner.

aleppo

 

Von Heinz Gstrein

Über den Ruinen von Aleppo lichteten sich am späten Donnerstag mit Feuereinstellung, Evakuierung von Verwundeten und Zivilisten sowie freiem Abzug der letzten Aufständischen die Rauchwolken und Todesschatten. Vorausgegangen waren in den letzten Tagen schreckliche Gemetzel in den letzten Widerstandszonen der Stadt. Die Ausschreitungen hingen aber auch damit zusammen, dass sich bei der von Widerstandskämpfern ohne Uniform getragenen Rebellion gegen das Assad-Regime Zivilisten oft schwer von Freischärlern unterscheiden ließen.

Die letzten Gräuel unter den im Viertel Masch-had und Sukari an der zerstörten Bagdad-Bahn zusammengedrängten Frauen, Kindern und Alten gingen allerdings nicht auf Konto der Regierungstruppen und ihrer strikt disziplinierten Hizbollah-Verbündeten aus Libanon: Gewütet haben die schon seit Anfang des Bürgerkriegs 2011 gefürchteten Schabiha (Gespenster). Es hat sich bei ihnen ursprünglich um  Schmugglerbanden aus dem Stamm der Alauwiten gehandelt, dem auch der Diktatoren-Clan Assad angehört. Später wurden sie zu Hilfstruppen des Regimes und haben sich zunächst in Homs und dann ab 2012 beim Ringen um Aleppo durch ihre hemmungslose Grausamkeit einen gefürchteten Namen gemacht. Sie waren es dann auch, die am Donnerstag den ersten Verwundetentransport unter Feuer nahmen.

Den syrischen Rebellen dürfte nach der Niederlag von Aleppo an nahen Zufluchtsort Idlib sowie in ihrer letzten südlichen Enklave Deraa nahe zu Jordanien kaum eine Verschnaufpause bleiben. Die Regierungs-Streitkräfte werden sich statt ihrer Zusammenballung um Syriens einstige Wirtschaftsmetropole nun mit voller Wucht auf die verbliebenen Rebellennester stürzen. Damit steht das Ende der nicht von der IS-Terrormiliz aufgesogenen islamistischen Kräfte bevor. Mit ihnen aber auch der meisten syrischen Demokraten, die sich vom Kampf gegen die Diktatur ein freies, aber weltliches Syrien erhofft hatten.

Jetzt sind nur noch das Assad-Regime und der Islamische Staat übrig. Die einzige direkte Front zwischen beiden verläuft bei Palmyra und der Euphrat-Stadt Deir al-Zor. Dort hat Damaskus in letzter Zeit empfindliche Niederlagen und Verluste von Kriegsmaterial erlitten. Bald wird es aber all seine Kräfte gegen die IS-Hauptstadt Raqqa werfen, um dort der amerikanisch geführten Koalition zuvorzukommen. Diese besteht hauptsächlich aus Kurden und letzten Resten der syrischen Demokraten.

Die regimehörigen syrischen Medien und die ihnen gleichgeschalteten libanesischen Sender mit dem schiitischen „Mayadin“ (Schauplätze) an der Spitze feiern jetzt einen Sieg der arabischen Einheit: „Über ganz Aleppo weht wieder die syrische Flagge!“ In der Region haben sich allerdings auf syrischem Boden Iran und seine schiitischen Ableger gegen die Anti-Assad Achse Saudi-Arabien/Türkei durchgesetzt. Was für Israel einen Wechsel zum Schlechteren bedeutet. Weltpolitisch wurde Aleppo zu einem neuen Stalingrad für die Russen, wo sie diesmal mit ihren Verbündeten die von Ankara und weitgehend auch vom Westen unterstützten Aufständischen ausgebombt und im gnadlosen Häuserkampf besiegt haben wie einst die 6. Armee Hitlers an der Wolga. Darüber hinaus spekuliert das Regime von Damaskus nun auf weniger Syrien-Engagement der kommenden US-Administration: Der Machtmensch Donald Trump dürfte am Gewaltherrscher Baschar al-Assad kaum weiter Anstoß nehmen…

 

 

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