Estlands Orthodoxe zwischen Konstantinopel und Moskau

stefanos_of_tallinn

 von Heinz Gstrein                                         

 Tallinn. In Estland ist der Versuch zur Vereinigung der ohnedies nur 170 000 orthodoxen Christen in einer gemeinsamen Landeskirche gescheitert: Der Moskau unterstehende Metropolit Kornilij Jakobs von Tallinn hat den Vorschlag des Oberhirten der dem Ökumenischen Patriarchat angeschlossenen Estnischen Apostolischen Orthodoxen Kirche, Metropolit Stephanos Charalambides, zurückgewiesen, die kirchliche Einheit wiederherzustellen. Diese ist seit 1944 gestört, als die Anhänger der estnischen Eigenkirchlichkeit vor den Sowjets nach Schweden flüchteten. Mit Billigung Stalins wurde Estland wie in Zarenzeiten wieder der Russischen Orthodoxen Kirche zugeschlagen. Das Ökumenische Patriarchat, das 1923 nach der estnischen Unabhängigkeit von 1918 eine autonome Landeskirche sanktioniert hatte, stimmte 1978 deren Auflösung zu. Doch nach dem Wiedererstehen Estlands stellte Patriarch Bartholomaios I. die Konstantinopler Jurisdiktion wieder her. Es gab heftige Auseinandersetzungen mit dem Patriarchat Moskau. Schließlich wurde der vorläufige Kompromiss getroffen, in jeder Gemeinde über ihre kirchliche Zugehörigkeit abstimmen zu lassen. Seitdem gehören etwa zwei Drittel der estnischen Orthodoxen – die meisten von ihnen russischer Sprache – zur autonomen, der Rest blieb bei der russischen Kirche. Moskautreue Gemeinden finden sich in der und um die Hauptstadt Tallinn, im Osten Estlands sowie in der alten Universitätsstadt Dorpat (heute: Tartu).

Angesichts einer lutheranischen Bevölkerungsmehrheit und noch mehr von über einem Drittel kirchenkritischer Areligiöser ist die Spaltung der estnischen Orthodoxie ein Ärgernis, das ihrer Glaubwürdigkeit schadet. Darauf hat Metropolit Stephanos jetzt in seinem Aufruf zur Wiedervereinigung nachdrücklich hingewiesen. Was er vorschlug, war eine Lösung nach finnländischem Vorbild: Dort gibt es nur eine, autonome zu Konstantinopel gehörende orthodoxe Kirche, aber auch Einzelgemeinden des Moskauer Patriarchats. Der 92jährige Metropolit Kornilij, selbst Este und unter dem Sowjetregime verfolgt, verteidigte aber die weitere Zugehörigkeit zur russischen „Mutterkirche“. Wie alle anderen heute selbständigen Gebiete der ehemaligen Sowjetunion bleibe Estland kirchlich kanonisches Territorium des Moskauer Patriarchats, in dem Konstantinopel nichts verloren habe.

Πηγή öki

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