Tsipras: Regierungsumbildung der Gegensätze Rechtsrutsch bei Wirtschaft – extrem linker Kirchenkampf

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 Von Heinz Gstrein

 Zufrieden mit der in Athen am Wochenende umgebauten Regierung können Griechenlands Gläubiger sein: Premier Alexis Tsipras hat alle Minister vom ganz linken Flügel seiner Syriza-Partei ausgetauscht, die sich in Schlüsselpositionen der aus Brüssel verlangten Privatisierung von Staatsbetrieben und allgemeinem Sozialabbau widersetzt hatten: Jetzt kann die Wasser- und Energieversorgung gewinnträchtig erfolgen, die neue Arbeits- und Sozialministerin Efi Achtsioglou kennt keine Rücksichten mehr und im Marine-Ressort wird der Blinde Panagiotis Koroumblis darüber hinwegsehen, dass der Hafen Piräus in chinesische Hand fällt. Dabei ist es Tsipras nicht – wie von ihm angekündigt – gelungen, Persönlichkeiten aus dem in Griechenland arg zusammengeschrumpften sozialdemokratischen Lager mit Ministerposten zu ködern. So zeigt die neue Regierung nur alte Gesichter aus dem eigenen politischen Umfeld.

Auch der umstrittene Unterrichts- und Kultusminister Nikos Philis wurde durch den Parteigenossen Konstantinos Gavroglou ersetzt. Philis war in den letzten zwei Jahren Wortführer im Kulturkampf der linksradikalen Regierung von Alexis Tsipras gegen die Orthodoxe Kirche von Griechenland. Er zielt ganz im Sinn von Lenins Dekret „Über die Trennung der Kirche vom Staat und der Kirche von der Schule» (20. Januar 1918) auf eine Minimalisierung christlicher Präsenz im öffentlichen Leben und besonders im Unterrichtswesen ab. Philis hatte sich als ersten Schritt für die Ersetzung des konfessionellen Religionsunterrichts durch das säkuläre Fach „Ethik und Weltanschauung“ stark gemacht. Vom Athener Erzbischof Hieronymos Liapis wurde er deswegen auch persönlich wiederholt scharf angegriffen.

Griechische Beobachter erwarten sich von seinem Nachfolger eine Versachlichung, doch keine Abschwächung des Kirchenkampfes der regierenden Linkssozialisten (Syriza). Der Journalist Philis sei wenigstens ein bei aller „Amtskirchenkritik“ persönlich gläubiger Mensch gewesen. Vom 69jährigen Gavroglou lasse sich das nicht sagen, obwohl er in Istanbul geboren und im Umkreis des Ökumenischen Patriarchats aufgewachsen ist. Nach Studium an der Istanbuler Teknik Universitesi und Doktorat in London schloss er sich in Griechenland den Kommunisten an und saß schon 1982 im KP- Zentralkomitee. Seit Gründung des linkspopulistischen „Syriza“ 2004 aus zehn kommunistischen, maoistischen, trotzkistischen, grün-alternativen und linksliberal-antiklerikalen Gruppierungen vertritt Gavroglou in dieser „Neuen Linken“ die areligiösen Kommunisten. Nach dem Aufstieg der anfänglichen Fünf-Prozent-Fraktion zur Groß- und Regierungspartei im Januar 2015 wurde der Wissenschaftslehrer verantwortlich für die Umgestaltung des ganzen griechischen Bildungswesens im neomarxistischen Sinn. Vom Ideologen Gavroglou wird daher zum Streitthema Kirche und Schule nichts Gutes erwartet.

Umso mehr, als Erzbischof Liapis Rückhalt aus der EU für die Religionspolitik von „Syriza“ befürchtet: „In Brüssel verwirklicht man einen Plan zur Entchristlichung Europas und wir müssen davor auf der Hut sein“, sagte er bei einem Besuch der Insel Hagios Evstratios in der Nähe vom Berg Athos.

Darin scheint ihm das ursprünglich kommunistische Syriza-Organ „Avgi“ (Morgenröte) sogar recht zu geben. Es nahm die Kabinettsumbildung zum Anlass von bisher unerhörten Angriffen auf den Erzbischof. Mit seinem Widerstand gegen die Befreiung des öffentlichen Lebens von kirchlicher Vormundschaft setze sich Liapis nicht nur in Gegensatz „zum Syriza und dem Ministerpräsidenten, sondern zu jeder zeitgemäßen Handhabung dieses Problems durch die Europäische Union.“ Hieronymos verstoße auch gegen das Gebot christlicher Nächstenliebe und betrachte die Flüchtlingswelle als nationale und religiöse Gefährdung der griechischen Identität. In diesem Zusammenhang fordere er sogar die Einstellung des Baus der Moschee in Athen, wo heute hunderttausende Muslime leben.

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