Erhielt griechischer Anti-Ökumeniker den Ratzinger-Preis?

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von Heinz Gstrein

Athen. Die Verleihung des diesjährigen Ratzinger-Preises an den Theologen Ioannis Kourempeles, Prof. für Dogmatik der Universität Thessaloniki, wird in Griechenland unterschiedlich beurteilt. Grundsätzlich begrüßt man die Auszeichnung eines Griechisch-Orthodoxen, nachdem dieser 2011 gestiftete „Nobelpreis der Theologie“ vor drei Jahren erstmals auch einem Nicht-Katholiken, dem anglikanischen Exegeten Richard Burridge, zuerkannt worden war. Dass ausgerechnet Kourempeles zum Zug kam, sei zu erwarten gewesen, nachdem es sich bei ihm um einen im theologischen Umfeld von Benedikt XVI. bestbekannten „Insider“ handelt. Der in Athen, Heidelberg und Erlangen Ausgebildete hatte sich in den letzten Jahren nach engen Kontakten zur altkatholischen Theologie in Bern dem Verehrerkreis von Joseph Ratzinger zugewandt. Bei der wissenschaftlichen Tagung des „Neuen Schülerkreises Joseph Ratzinger“ am 2. Mai in Chalki hielt Kourempeles als Gastredner das Referat „Ein Papst des Logos im Logos eines Papstes – Die Christologie von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. aus orthodoxer Perspektive“. In dieser Präsentation legte er Grundzüge der Christologie Ratzingers vor und stellte diese als gut vereinbar mit den eigenen christologischen Akzenten der orthodoxen Theologie dar. Für Kourempeles war die logoshafte Christologie, so wie sie Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. in seinen Schriften präsentiert, eines der vielen Elemente, in denen orthodoxe und römisch‐ katholische Theologie übereinstimmen.  Mit Befremden wird in Griechenland aber auch darauf hingewiesen, dass den Verleihern des Ratzingerpreises an Ioannis Kourempeles offenbar nichts von dessen „theologischem Doppelleben“ bekannt war. Der als Brückenbauer zwischen Orthodoxie und Katholizismus Geehrte ist nämlich auch im Kreis der griechischen Anti-Ökumeniker um die Pantokrator-Eremitage von Melissochori bei Saloniki zu finden. Dazu gehören die Kritiker von Patriarch Bartholomaios I. und des orthodoxen Konzils von Kreta (Juni 2016) sowie besonders von dessen Ökumenismus-Dekret: Prof. Dimitrios Tselengidis und Erzpriester Theodoros Zisis sowie die Metropoliten Hierotheos Vlachos von Navpaktos, Seraphim Mentzelopoulos von Piräus und Athanasios Nikolaou von Limassol auf Zypern. So hat der jetzige Ratzinger-Preisträger – unter vielem anderen – 2012 auf der von diesem Kreise veranstalteten Tagung „Theologie der Kirchenväter und postpatristische Häresie“ das Referat „Unorthodoxe Orthodoxie – Momentaufnahmen griechischer Theologie der Gegenwart und Wundmale metatheologischer Momente“ gehalten. Hinter diesem gewundenen Titel verbarg sich eine klare Absage an jede ökumenische Weiterentwicklung des theologischen Denkens über die Kirchenväter hinaus.

  πηγή  öki

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