Rumänische Anti-Ökumene: Eiferer von der „Eisernen Garde Ablehnung des Konzils von Kreta aus der rechtsextremen Ecke

justin-parvu

 

Von Heinz Gstrein

Iasi/Petru Voda/Oradea. Als aufgebauscht bezeichnen Kreise der Rumänischen Orthodoxen Kirche Agentur-Berichte aus Bukarest, in denen von Aufruhr vieler Mönche und Gläubigen gegen Patriarch Daniil und seine Bischöfe wegen „Konzessionen an den Ökumenismus“ die Rede ist.

Zwar stimmt es, dass Unterschriftenlisten gegen ihre Teilnahme am orthodoxen Konzil von Kreta kursieren, das darin als „Banditenkonzil“ und „Verrat an der Orthodoxie“ zugunsten der „ökumenischen Irrlehre“ beschimpft wird. Die Unterzeichner finden sich besonders in der nordostrumänischen Landschaft Moldau. Sie fordern deren Metropoliten Teofan Savu auf, die – ohnedies noch weit von jedem weiten ökumenischen Geist entfernten – Beschlüsse von Kreta zu verurteilen oder zurückzutreten.

Hinter dieser Agitation verberge sich aber ein relativ kleiner Kreis von Eiferern um das Erzengelkloster von Petru Voda. Es ist eine Gründung des ehemaligen rumänischen Faschisten und Militärpfarrers Justin Parvu (1919-2013). Er wurde Ende der 1930er Jahre Mitglied der „Legionäre der Eisernen Garde“, einer Art Rumänen-SA, und wirkte dann im Zweiten Weltkrieg als Feldkaplan bei den rumänischen Besatzungstruppen in der Ukraine bis an den Don. Das kommunistisch gewordene Rumänien verurteilte ihn deswegen 1948 zu zwölf Jahren Zwangsarbeit in den Minen von Baia Sprie, dem alten siebenbürgischen Mittelstadt. Eine Haft folgte der anderen, bis es Justin Parvu 1976 gelang, ins rumänische Athoskloster Prodromul abgeschoben zu werden. Dort pflegte er nach dem Bericht zuverlässiger Zeugen (meine Wenigkeit) wieder den „Legionärsgeist“, trug unter der Kutte einen Gürtel mit dem Hakenkreuz.

Nach dem Sturz Ceausescus gründete Justin Parvu mit Gleichgesinnten tief in den Ostkarpaten den Erzengelkonvent von Petru Voda. Er gestaltete ihn als Doppelkloster mit einer Anlage kleiner Häuschen für Nonnen und Novizinnen. Diese erlangten bald traurige Berühmtheit, als herauskam, dass die eingetretenen Mädchen in erster Linie rechtradikal indoktriniert wurden. Ihren Chor liess der alte Legionär Justin den Marsch Sfânta tinerețe legionară – Heilige Legionärsjugend“ absingen (war da selbst 2012 dabei). Neben Juden und Kommunisten galt die fanatische Feindschaft von Parvu Katholiken, Protestanten und „ökumenischen Orthodoxen“. Seit seinem Tod vor drei Jahren setzt die Kommunität dieses frische Eifern der alten „Eisernen Garde“ eifrigst fort, wie die jetzige Agitation zeigt.

Im Unterschied zu Justin Parvu konnten sich viele Legionärs-Priester mit dem Besatzungsmetropoliten in Odessa, Visarion Puiu (1879-1964), an der Spitze 1944 in den Westen absetzen. Auf sie gehen dort „Gemeinden Freier Rumäner“ zurück, die zum Teil bis heute bestehen und auch nach der Wende nicht mehr in die vom Kommunismus befreite Heimatkirche zurückgefunden haben. Es ist eine kirchenpolitische Ironie, dass der Großteil von ihnen in genau jener Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel (da kommt unser Freund Myron her) Zuflucht fand, den heute die antiökumenischen Neu-Legionäre Rumäniens als Ketzer anfeinden.

Von einer gesamtrumänischen Ausbreitung oder Ausstrahlung des Legonärsklosters Petru Voda darf aber nicht die Rede sein. Wenn sie aus der östlichen Moldau ins Bihor (Kreischland) von West-Siebenbürgen überspringen konnte, hinge das mit den besonderen örtlichen Umständen zusammen: In Oradea (Großwardein) und dem Hinterland leben neben zwei Dritteln Orthodoxen besonders viele Reformierte, Römisch- und Griechisch-Katholische sowie Pfingstler, Baptisten und Adventisten. Diese „Neoprotestanten“ wurden erst nach der Wende von der Orthodoxie „abgeworben“ und machen heute gut zehn Prozent der Bevölkerung aus. Sie bilden zusammen mit den „unierten“ Griechisch-Katholischen den hauptsächlichen Stein des Anstosses für orthodoxe Eiferer.

πηγή    öki

 

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