Alles, was orthodox, wird zum Freiwild

mitropolitikos-1

 

Griechischer Kulturkampf artet in Kirchensturm aus

Von Heinz Gstrein

Athen. In Griechenland nimmt der Kulturkampf von Linksaußenpremier Alexis Tsipras gegen die orthodoxe Kirche nun sogar gewalttätige Formen an. Einerseits setzt er im Parlament seine „Entklerikalisierung“ des öffentlichen Lebens mit Einbringung eines Gesetzes fort, das alle Formen der Gotteslästerung in Abänderung der bisherigen Gesetzgebung für straffrei erklärt. An der Basis geht seine radikale Anhängerschaft mit tätlichen Angriffen auf Kirchen und kirchliche Einrichtungen schon viel weiter. Dafür haben sich die griechischen Linksextremisten ausgerechnet die zweiwöchige liturgische Vorbereitungszeit auf das Marienfest am 15. August ausgesucht.

Die Ausschreitungen nahmen gleich am 31. Juli in Saloniki ihren Anfang, wo mit Schlagstöcken bewaffnete Raudis während des Sonntagsgottesdienstes in die Kathedrale Hagios Grigorios Palamas eindrangen, auf Geistliche und Gläubige einschlugen und so die Eucharistiefeier gewaltsam beendeten. Die Polizei ließ auf sich warten, bis sie den Spuk schließlich doch zu beendete.

Darauf verlagerte sich die Kirchenstürmerei nach Athen, wo eine Reihe von Kirchen mit Farben und Unrat beschmutzt wurden, und gelangte bis nach Kreta. Dort schmierten die Angreifer neben antikerikalen auch satanistische Parolen an die Wände einer von ihnen verwüsteten Kapelle. Ihren bisherigen Höhepunkt erreichte die kirchenfeindliche Gewaltwelle jedoch am 9. August wieder in Athen: In das Petraki-Kloster, wo der Hl. Synod der Kirche von Griechenland seinen Sitz hat, schleuderten antiklerikale Aktivisten zehn Molotowcocktails, die mehrere dort geparkte Autos zerstörten und einen Brand auslösten. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Der Mediensprecher des Erzbistums Athen, Charis Konidaris, prangerte darauf an, dass es die griechischen Kirchen- und Klosterstürmer mit ihrer Gewalttätigkeit gegen kirchliche Objekte der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gleichtäten. Seit der deutschen Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg bei der Partisanenbekämpfung hätte in Griechenland niemand und niemals mehr Sakralbauten und in ihnen betende Menschen, ja sogar zelebrierende Priester angegriffen; auch die Kommunisten im griechischen Bürgerkrieg der späten 1940er Jahre nicht. Die gegenwärtige griechische Regierung habe hingegen von Anfang an Wasser auf die Mühlen der Antikerikalen geleitet und mit ihren Äußerungen den Hass gegen die orthodoxe Kirche und ihre Gläubigen geschürt.

Unabhängige Beobachter in Athen bemerken dazu, dass Antiklerikalimus bei den modernen Griechen nie ein Merkmal der oft tief gläubigen Linken, sondern im liberalen Lager beheimatet war. Gerade die griechischen Kommunisten haben der Orthodoxie immer Respekt, oft sogar Sympathie bekundet. Erst der Aufstieg des SYRIZA (Radikal) von Tsipras, in dem liberale Kirchengegner mit anarchistischen Splittergruppen der äußersten Linken zusammenfanden, hatte ein klar kirchenfeindliches Regierungsprogramm zur Folge. Dieses rückt umso mehr in den Vordergrund, als das Regime Tsipras auf allen anderen Gebieten – von der Wirtschafts- und Sozialpolitik bis zur Diplomatie – nur Misserfolge aufzuweisen hat und sich damit die Stimmung in der Bevölkerung galoppierend verschlechtert. Als Sündenbock muss dafür jetzt die orthodoxe Kirche herhalten.

Bis zum Brandanschlag auf das Petraki-Kloster hatte die Regierung Tsipras die ganze Welle antikirchlicher Gewalt mit keinem Wort verurteilt. Von der christdemokratischen Oppositionspartei ND warf ihr daher Georgios Koumoutsakos vor, durch Rückendeckung ihres Schweigens die Übeltäter „ideologisch und parteipolitisch“ zu ermutigen: „Kein Wunder, dass die Kirchenstürme nicht nur anhalten, sondern zunehmen“. Darauf erst bequemte sich Regierungssprecherin Olga Gerovassili zu einer allgemeinen „Verurteilung jeder Gewalt“.

Die kirchenfeindlichen Ausschreitungen in Athen und Saloniki, doch schon in anderen griechischen Städten beunruhigen auch den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., der direkt für gut die Hälfte des Landes und indirekt auch für die eigenständige Orthodoxe Kirche von Griechenland in dessen Süden zuständig ist. Bereits nach dem Überfall auf die Kathedrale von Saloniki hatte der Patriarch am 6. August in seiner Predigt zum Fest Christi Verklärung im dieser geweihten Kloster auf der Prinzeninsel Antigoni vor Istanbul seiner Empörung Ausdruck gegeben, dass „in einem demokratischen Griechenland der Sonntagsgottesdienst durch so genannte Antiautoritäre gewaltsam beendet werden konnte“. Nach dem neuesten Brandanschlag auf den Sitz des Hl. Synods richtete Bartholomaios ein Schreiben an den Athener Erzbischof Hieronymos II., in dem er diesem seine Solidarität und Beistand in dieser schweren Prüfung für die Orthodoxie von Griechenland aussprach.

πηγή KNA 

Advertisements

Σχολιάστε

Εισάγετε τα παρακάτω στοιχεία ή επιλέξτε ένα εικονίδιο για να συνδεθείτε:

Λογότυπο WordPress.com

Σχολιάζετε χρησιμοποιώντας τον λογαριασμό WordPress.com. Αποσύνδεση / Αλλαγή )

Φωτογραφία Twitter

Σχολιάζετε χρησιμοποιώντας τον λογαριασμό Twitter. Αποσύνδεση / Αλλαγή )

Φωτογραφία Facebook

Σχολιάζετε χρησιμοποιώντας τον λογαριασμό Facebook. Αποσύνδεση / Αλλαγή )

Φωτογραφία Google+

Σχολιάζετε χρησιμοποιώντας τον λογαριασμό Google+. Αποσύνδεση / Αλλαγή )

Σύνδεση με %s