Ein Land, ein Volk, ein Führer !

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Erdogan ruft „unterdrückte“ Auslandstürken zum Kampf auf

Von Heinz Gstrein

Vor seiner Reise zu Putin hat am Sonntag Abend in Istanbul Machthaber Recp Tayyip Erdogan alle Auslandstürken zum Kampf gegen den Terror der Bewegung von Fethullah Gülen aufgerufen. „Wo immer ein türkisches Herz schlägt, ist es in diesem Ringen mit uns einig.“ Ohne Österreich beim Namen zu nennen, warf Erdogan den Gastländern türkischer Einwanderer vor, diesen wegen ihrer Nationalität, Kultur und Glauben zu unterdrücken. Aber, so Erdogan: „Die Stimme unserer Minarette wird nicht verstummen“. Erneut forderte er die Einführung der Todesstrafe für die „Verräter“. Das sei Wille des Volkes. Zuvor hatten seine Zuhörer Plakate mit Galgen und der Inschrift „Todestrafe her!“ hoch gehalten.

Erdogan sprach vor der bisher größten Treuekundgebung für sein Regime seit dem vergeblichen Umsturzversuch vom 17. Juli. Von allen Ecken und Ende der 16-Millionenstadt wurden Heil-Rufer, Jublerinnen und Fahnenschwinger zusammengekarrt, um am weiten Strand von Yenkapi ein hinter seinem Führer einiges Volk vorzutäuschen. Auch die oppositionellen Parteichefs von der säkulären CHP und der ultranationalen MHP waren an die Seite von Erdogan zitiert. Beobachter sehen darin den ersten Schritt zum Zusammenschluss dieser Gruppierungen mit seiner AKP in einer linientreuen Einheitspartei. Ausgegrenzt blieb die demokratische Minderheitenvertretung HDP. Mit ihrem Verbot wird demnächst gerechnet, nachdem das Regime von Ankara bereits die Immunität der meisten ihrer Abgeordneten aufgehoben hat.

Wie diese spontane Volkskundgebung tatsächlich zustande kam, ging aus übereinstimmenden Berichten vieler Zwangsteilnehmerinnen und –teilnehmer hervor: Nach Erdogans „Einladung“ zu der Massenkundgebung wurden alle Institutionen, Firmen und Betriebe zur geschlossenen Teilnahme ihres Personals aufgefordert. Dieses hatte sich Sonntag früh am Arbeitsplatz zu versammeln und von dort Richtung Yenikapi zu marschieren. So fielen Abwesende sofort auf. Kaum jemand an Universitäten und Krankenhäusern, in Fabriken und Kaufhäusern wagte, sich durch Fernbleiben als Sympathisant der Putschisten verdächtig zu machen.

Während solche „Demokratie- und Märtyrerwachen“ am Sonntag noch in 81 anderen Städten der Türkei statttfinden mussten, geht die Rache des Regimes an seinen Gegnern weiter. Zu den Zehntausenden auf Weisung von oben Verhafteten und Entlassenen kommen immer mehr Opfer willkürlicher Feme an der Basis. So am Samstag Abend die hochschwangere Journalistin Hazal Ölmez von der linken Tageszeitung „Evrenzel“ (Universal). Als sie die Redaktion in Istanbuls Stadtteil Sisli verließ, wurde sie auf offener Straße von einem Schlägertrupp als „Volksfeindin“ und „Putschistenbraut“ beschimpft und wüst zusammengeknüppelt. Während männliche Passanten wegschauten, waren es dann mutige Frauen, die Hazal und ihrem Ungeborenen das Leben retteten.- Es ist nicht die erste Gewalttat gegen ein Redaktionsmitglied der Zeitung: 1996 war es die Polizei, von der ihr Reporter Metin Göktepe zu Tod geprügelt wurde.

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