ECUMENICAL PATRIARCHATE !

 

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Οινούσες

 Von Heinz Gstrein

Auferstehung an der Limmat

Zürcher Griechen feierten orthodoxe Ostern zu Hagios Dimitrios

Erzpriester Dr. Emmanuil Simandirakis, Bischof Makarios und Gemeindepräsident Richard S. Hadjimina (v.l.n.r.) in der Osternacht.

ONA/romfea.gr/hpg

ORTHODOXE WELT

Türkische Störaktionen von Osterfeiern

Griechisch-orthodoxe Kirche Hagios Georgios in Kuzguncuk am Bosporus

Mitten im Stadtzentrum von Istanbul, drang am 1. Mai, dem orthodoxen Ostersonntag, ein Islamist in die Dreifaltigkeitskirche ein, beschimpfte die Gläubigen, stürzte Ikonen um und löschte Kerzen aus.

Im Vorort Kuzguncuk am Bosporus marschierten Schüler der Islamschule „Imam Hatip“ geschlossen zur Georgskirche, sobald dort die Auferstehungsglocken läuteten. Mit dem Kampfruf „Allahu ekber – Allah ist größer“ übertönten sie den Ostergruß „Christos Anesti“ (Christ ist erstanden!).

Aiferstehungsgottesdienst eine Lärmbelästigung?

Damit nicht genug, hat ein türkisches Kanonenboot den Ostergottesdienst auf der griechischen Grenzinsel Panagia gestört. Sein Kapitän verlangte über Lautsprecher, dass die “ Lärmbelästigung“ eingestellt werde. Doch Metropolit Markos Vasilakis von Chios, der persönlich auf dem Eiland zelebrierte, liess sich nicht einschüchtern.

ONA/apogevmatini/öki/kathpress/hpg

Wie ökumenisch wird das Orthodoxe Konzil?

Streit, ob die anderen Christen Kirchen oder nur Sekten sind

HINTERGRUND

Keine andere Vorlage für ihr Konzil auf Kreta im Juni wird innerhalb der griechisch-orthodoxen Kirchenfamilie so eifrig und heftig diskutiert wie der Entwurf für ein „Ökumenismus-Dekret“. Zuletzt haben sogar zwei Patriarchen diesen Text verbindlich abgelehnt, obwohl er von ihnen Ende Januar auf dem allorthodoxen Gipfeltreffen (Synaxis) im Schweizer Chambésy mitbeschlossen worden war. Andererseits melden sich führende Theologen zu Wort, die einen von Haus aus ökumenefreundlichen Charakter der orthodoxen Ekklesiologie mit schlüssigen Argumenten verteidigen.

Unter dem Vorsitz von Patriarch Neophit hat der Bischofssynod der Bulgarischen Orthodoxen Kirche am 27. April den Entwurf für den Konzilstext „Beziehungen der orthodoxen Kirche zur übrigen christlichen Welt“ nachträglich zurückgewiesen. In der Zeit seit seiner Zustimmung zu dem Dokument auf der Synaxis hatten die ökumenefeindlichen Metropoliten von Lovec und Plovdiv hunderte Unterschriften ihrer Priester gegen das geplante Konzilsdekret gesammelt. Der Synod schloss sich ihren Einwänden gegen die Artikel 4, 5, 6, 12 und 16 an.

Im Wesentlichen geht es dabei überall um die Ansicht, die anderen christlichen Konfessionen seien keine Kirchen, sondern Sekten. Mit ihnen könne es keinen Dialog, nur ihre reumütige Heimkehr in den Schoß der orthodoxen Kirche geben. Damit gab die bulgarische Kirchenführung dem Drängen ihres ultrakonservativen Flügels nach. Es ist bezeichnend, dass fünf nicht so fanatische Oberhirten dieser Sitzung des Synods ferngeblieben sind. An ihrer Spitze der Berliner Metropolit Antonij Mihalev von West- und Zentraleuropa.

Rücksichten auf anti-ökumenische Kreise

Das Zurückkrebsen der Bulgarischen Orthodoxen Kirche von dem in Chambésy in Sachen Ökumene für das Konzil Vereinbarten scheint also durch Rücksichten auf eine innere Opposition dagegen bestimmt zu sein. In dieser Frage hatte es in Bulgarien schon einmal von 1991 bis 2013 ein Schisma gegeben.

Ähnlich liegen die Dinge bei der Georgischen Orthodoxen Kirche, die sich jetzt ebenfalls – wenn auch weniger dezidiert – von dem Ökumenismusdekret absetzt. Darüber ist zwischen dem georgischen Metropoliten von Gori – dem Geburtsort Stalins – Andrea Gvazava, und dem Genfer Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats, Georgios Tsetsis, eine geharnischte Auseinandersetzung im Gang. Der seit Jahrzehnten um die Konzilsvorbereitungen verdiente Tsetsis wirft der Orthodoxie Georgiens vor, sich „in die Gefangenschaft fundamentalistischer Kreise“ begeben zu haben. Metropolit Andrea hingegen beharrt auf „rein theologischen Kriterien“ des Rückziehers seiner Kirche. Immerhin hat inzwischen eine Delegation aus Tiflis bei Bartholomaios I. im Phanar vorgesprochen und ihren Standpunkt erklärt. So scheint – im Unterschied zu Bulgarien – noch ein Kompromiss möglich zu sein.

Russische Auslandskirche: Beten fürs Konzil!

Das Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROCOR), Metropolit Hilarion Kapral, spricht sogar von „irrigen, häretischen“ Aussagen in dem vorbereiteten Ökumenismustext. Es handle sich nicht nur um Ungenauigkeiten, sondern „anti-orthodoxe Theorien“. Er ruft aus dem Zentrum seiner Exilkirche im amerikanischen Jordanville alle orthodoxen Christen um Gebet für das Konzil auf, damit sowohl dessen Eintracht wie die Treue zur Orthodoxie gesichert werden.

Statt päpstlicher eine kirchliche Unfehlbarkeit

Inzwischen mehren sich aber auch Stimmen, die griechisch-orthodoxe Kirchentradition und Ökumene als durchaus vereinbar bezeichnen. So aus Griechenland der viel gelesene Populartheologe Archimandrit Vassileios Bakoyannis. Er verteidigt die Bezeichnung nicht-orthodoxer Glaubensgemeinschaften als „Kirchen“, sofern sie an Jesus Christus als göttlichen Erlöser glauben. Die römischen Katholiken sind sogar als orthodox im Sinn von rechtgläubig zu betrachten. Der Zusatz des „Filioque“ betreffend den Heiligen Geist, der „auch vom Sohne“ ausgeht, sei ein abendländisches Theologumenon, das in christlichen Osten bis ins späte 9. Jh. bekannt war, aber nie verurteilt wurde.

Sogar die Unfehlbarkeit des Papstes wäre mit der Orthodoxie vereinbar, wenn sie richtig als Ausdruck der unfehlbaren Kirche verstanden werde. Bakoyannis verweist schließlich auf den orthodoxen Polemiker des 15. Jh., Markos Eugenikos. Auf ihn berufen sich heute gern die Ultraortodoxen. Doch hatte er selbst 1438 auf dem Konzil von Ferrara die Katholiken als „Glieder des Leibes eines Herrn“ und den Papst als „Heiligsten Vater“ bezeichnet.

Patrarchenerklärung von 1756

Aus den USA meldet sich der Inhaber des angesehenen John-Meyendorff-Lehrstuhles an der New Yerker Fordham Universität zu Wort, Giorgos Dimakopoulos. Er bezeichnet die Ökumene-Feindschaft gewisser orthodoxer Kreise als eine „Neuerung mit der Tradition als Vorwand“ und verweist darauf, dass die mit dem gegenseitigen Kirchenbann von 1054 eingleitete Trennung von Ost- und Westkirche erst im 18. Jh. zur endgültigen Spaltung geführt habe. Und zwar mit Erklärung der Patriarchen von Konstantinopel, Alexandria und Jerusalem aus dem Jahr 1756, die orthodoxen Priestern die Spendung von Sakramenten an Katholiken untersagte und für ihre Aufnahme in die Orthodoxie die Wiedertaufe verpflichtend machte.

Katholiken als Ketzer, Schismatiker oder Kirchengeschwister?

Auf diese späte Verhärtung des kirchlichen Auseinanderlebens von Orthodoxen und Katholiken geht dann ausführlich das bisher gewichtigste Eintreten für einen authentischen orthodoxen Ökumenismus und seine Verankerung auf dem kommenden Konzil ein: Der Metropolit des südgriechischen Messenien, Chrysostomos Savvatos – er lehrt gleichzeitig Dogmatik an der Theologischen Fakultät Athen – untersucht in seinem 15seitigen Gutachten die Frage, ob Katholiken aus orthodoxer Sicht irrgläubige Häretiker, „nur“ Schismatiker oder letztlich im Wesen gar nicht von den Orthodoxen getrennt seien.

Volle Trennung erst seit dem 18. Jahrhundert

Auch er kommt wie Dimakopoulos zu der Folgerung, dass der Schlusspunkt unter die Einheit der alten, ungeteilten Kirche des ersten Jahrtausends gar nicht vor bald 1000, sondern erst vor 300 Jahren gesetzt wurde: Als das, was Savvatos heute die „Irrlehre orthodoxen Wiedertäufertums“ nennt, von den Patriarchen Kyrillos V. (Konstantinopel), Matthaios (Alexandria) und Parthenios (Jerusalem) – die damals alle drei in Stambul ihren Sitz hatten – zur seitdem amtlichen griechisch-orthodoxen Kirchenlehre und –praxis erhoben wurde.

Gemeinsames Konzil dann 2025

Es ist ein Verdienst der jetzigen vorkonziliären Ökumenediskussion in der Orthodoxie, dass diese noch viel zu wenig bekannte Verengung des Verhältnisses zu den Katholiken im 18. Jh. wieder bewusst gemacht wird. So ist auf ein ökumenisch gesinntes Konzil von Kreta und darauf zu hoffen, was der Theologe Prof. Petros Vassiliadis von der Universität Thessaloniki als dessen Fortsetzung und Erfüllung ansieht: Eine gemeinsame orthodox-katholische Kirchenversammlung 2025 im 1700. Jahr nach dem ersten Ökumenischen Konzil von Nicäa!

ONA/amen.gr/romfea.gr/öki/hpg

 

 

Wie Krämerseelen Kirchenpolitik machten

Der Einfluss von Konstantinopels Händlerzunft auf Patriarch Kyrillos V.

…UND AUSSERDEM

Aus Athen hat der auf die Kirchengeschichte Konstantinopels in osmanischer Zeit spezialisierte Blogger „Nikephoros Ouranos“ einen aufschlussreichen „mikrogeschichtlichen“ Hintergrund zur Drei-Patriarchen-Sanktion gegen alle Nicht-Orthodoxen beigesteuert.

Treibende Kraft bei der kirchlichen Höchstentscheidung waren die kleinlichen Geschäftsinteressen griechischer Geschäftsleute im Stadtteil Galata (heute: Karaköy), wo es auch viele Läden von katholischen Levantinern gab. Diese unterstrichen ihren orthodoxen Kunden gegenüber gern die Glaubenseinheit bei aller Kirchenspaltung: Griechisch-Orthodoxe dürften unbesorgt bei Katholiken einkaufen. Durch deren Erklärung zu Häretikern, die auch den Umgang mit ihnen verurteilte, sahen die griechischen Händler ihr Monopol bei den eigenen Kirchengenossen gesichert.

Ihr großer Einfluß auf den Ökumenischen Patriarchen Kyrillos V. (1748-1751 und 1752-1757) hing damit zusammen, dass ihm die Zunft der orthodoxen Gemischtwarenhändler von Stambul 1753 das erste orthodoxe Krankenhaus in der osmanischen Hauptstadt finanziert hatte. Auch sonst hatte er in seiner Jugend auf der damals venezianisch beherrschten Peloppones nicht gerade gute Erfahrungen mit katholischen Aversionen gegen die Orthodoxen gemacht.

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