Vermittlung im orthodoxen „Golfkonflikt“

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Von Heinz Gstrein

Nikosia. Die auf dem orthodoxen Gipfeltreffen (Synaxis) von Chambésy Ende Januar beschlossene Vermittlung zwischen den verfeindeten Patriarchen von Antochia und Jerusalem wird am letzten Märzwochenende auf Zypern beginnen. Es geht um den Streit wegen der Einsetzung eines Jerusalemer Bischofs für das Emirat Katar im traditionell antiochenischen Jurisdiktionsgebiet der arabischen Golfstaaten. Die Auseinandersetzung hat zum Abbruch der kirchlichen Gemeinschaft zwischen Patriarch Youhanna X. in Damaskus und seinem Amtsbruder Theophilos III. im Heiligen Land geführt. Hinter der administrativen Auseinandersetzung stehen handfeste finanzielle Interessen um Einkünfte aus den reich gewordenen Gemeinden christlicher Emigranten aus dem ganzen Nahen Osten in den wirtschaftlich blühenden Golfstaaten. Herkunftsmäßig halten sich dort palästinensische Christen aus dem Patriarchat Jerusalem mit syrischen, libanesischen und irakischen Auswanderern antiochenischen Ursprungs die Waage. Der Schlagabtausch von Youhanna und Theophilos wird noch dadurch vertieft, dass Antiochia sich als Beschützerin aller orthodoxen Christen arabischer Sprache versteht. Im Patriarchat Jerusalem hingegen wird ein fast rein arabisches Kirchenvolk von exklusiv griechischer Kirchenleitung geführt. Dieser Konflikt hatte sich schon längst abgezeichnet. Er gefährdet jetzt die Teilnahme der antiochenischen Kirche am orthodoxen Konzil von Kreta und damit dessen Vollständigkeit.

Die Lösung wird nun auf einer so genannten „Meizon Synodos“ (Größere Synode) gesucht. Diese Institution ist ein althergebrachtes Vermittlungsorgan im Bereich der drei nahöstlichen Patriarchate der Orthodoxie und der Kirche von Zypern. Auf Einladung ihres Erzbischofs an die beiden „Konfliktpatriarchen“ wird Theodoros II. von Alexandria nach Gesprächen mit ihnen in Nikosia einen Schiedspruch fällen. Das liegt in seinem Aufgabenbereich als Richter (Krites tes Oikoumenes) bei Streitigkeiten innerhalb der orthodoxen Kirchenfamilie. Titel und Funktion wurden im Lauf der Kirchengeschichte ähnlich wie die ursprünglich ebenfalls alexandrinische Bezeichnung als „Papst“ von den römischen Bischöfen übernommen, doch innerhalb der Orthodoxie weiter durch Alexandria in Anspruch genommen und ausgeübt.- Die letzte derartige „Meizon Synodos“ hatte 2006 den wegen Krankheit amtsunfähigen Erzbischof Chrysostomos II. von Zypern abgesetzt.

πηγή ÖKI

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