Türkei: Christliche Gottesdienste in einer Sophien-Moschee?

Agia-Sofia1

 

Von Heinz Gstrein

Ankara/Istanbul. Im Zug weiterer Islamisierung des öffentlichen Lebens hat die türkische Regierung allen Staatsbediensteten Woche für Woche eine dreistündige Beurlaubung vom Dienst zum Besuch von Freitagsgottesdienst und –predigt gewährt. Seit der Übernahme europäischer Standards durch Kemal Atatürk herrscht auch in der Türkei am Sonntag allgemeine Arbeitsruhe. Das war eine soziale Maßnahme und kein Bruch mit der islamischen Überlieferung. Diese kennt keinen Ruhetag im jüdischen und christlichen Sinn. Erst die moderne Re-Islamisierung hat – ausgehend von arabischen Ländern – für den Freitag Arbeitsruhe verfügt. Diese wird jetzt in der Türkei – zunächst einmal für die Zeit der Moscheegottesdienste – übernommen.

Gleichzeitig kommt im Vorfeld des Jahrestages der Eroberung von Konstantinopel und Umwidmung der Sophien-Kirche in eine Moschee am 29. Mai 1453 die Diskussion um eine Rückwandlung des heutigen Aya-Sofya-Museums zum islamischen Gotteshaus wieder in Gang. Die islamistische Milli Gazete (Nationalzeitung) fordert ein Ende der Konzessionen an den Fremdenverkehr, dessen Hauptanziehungspunkt die Hagia Sophia darstellt. Die gesamte Altstadt von Istanbul sollte vielmehr für Touristen gesperrt, ihr rein islamischer Charakter wiederhergestellt und die Aya-Sofya samt anderen früheren Kirchen und heutigen Museen wieder zur Moschee gemacht werden.

Auch die regierungsnahe „Yeni Safak“ (Morgenröte) fordert die Einlösung des Wahlversprechens , das Aya-Sofya-Museum wieder zur Moschee zu machen. Für die Verzögerung seien bisher außenpolitische Rücksichten verantwortlich gewesen, besonders auf Russland, das sich nach der Wende wieder als Schirmherr alles Orthodoxen aufspielt. Nach dem Zerwürfnis zwischen Putin und Erdogan ist jedoch die Zeit gekommen, die Hagia Sophia vom säkulären Museum wieder zum Gotteshaus zu machen. Und zwar für Muslime und Christen, denen Zeiten zu Gebet und Feier der Eucharistie eingeräumt werden sollten. In osmanischer Zeit sei das bereits der Fall gewesen.-  Die Autorin, Leyla Ipekci, ist eine Nichte des 1979 vom späteren Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca ermordeten christenfreundlichen Publizisten Abdi Ipekci.

πηγή ÖKI

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