Ein bisschen Plato und viel Bad Böll – Kretas «Konzils-Akademie»

Kolymbari_Crete

 

von Heinz Gstrein

Kolymvari. Ein lang verschlafenes Fischerdorf im Westen der Insel Kreta, Kolymvari, wird in der zweiten Junihälfte Konzilsort der Ostkirche: Hier tagt die erste Session der „Heiligen und Großen Synode der Orthodoxie“ zu wichtigen Themen wie Kirchenreform und Ökumene. Diese Auszeichnung verdankt Kolymbari der seit 1968 dort bestehenden „Orthodoxen Akademie“. Ihr Gründer und bis 2008 langjähriger Leiter, Alexandros Papaderos, begrüßt nun in einem Gespräch mit Nikos Manginas, dem „Hausjournalisten“ des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., das bevorstehende Konzil und ist überzeugt, dass dieses an seiner Akademie ideale Voraussetzungen und Bedingungen finden wird: „Was mir seit den 1950er Jahren vorgeschwebt hatte, war eine Neubelebung des Geistes von Platos Philosophen-Akademie in Verbindung mit dem aktuellen Vorbild von Bad Böll, das ich in Deutschland kennen und schätzen gelernt habe.“ Diese antiken und modernen Stätten der Offenheit und des Dialogs hätten in der Akademie von Kolymbari eine Wiedergeburt gefunden, die nun mit den Debatten des Konzils ihren Höhepunkt findet.

In ihrem bald 50jährigen Bestehen habe die Akademie zu rund 2 200 Fach-Tagungen, interorthodoxen Konferenzen oder einfach als Gäste so gut wie alle orthodoxen Bischöfe und Theologen willkommen geheißen. Es wird kaum einen Konzilsvater geben, der sich dort nicht zuhause fühlt. Das gilt auch für Bartholomaios persönlich, der zum ersten Mal 1973 nach Kolymbari gekommen war, damals noch als rechte Hand von Patriarch Dimitrios I.

Wie Alexandros Papaderos darlegt, hat sich  „seine“ Akademie schon seit Jahren zu einem Freiraum für junge, zukunftsweisende Strömungen in der orthodoxen Theologie, für ihre Vertreterinnen und Vertreter entwickelt. Sogar Tabu-Themen im traditionellen Orthodoxieverständnis, wie Feminismus in der Kirche, Frauenordination oder eucharistische Gastfreundschaft zwischen allen Getauften werden in Kolymbari offen besprochen und behandelt.

„Meine Erfahrungen an der Akademie haben mich gelehrt, dass sich die Orthodoxie heute auf einer Gratwanderung durch schwierige Zeiten in eine ungewisse Zukunft befindet. Allzulang hat uns Orthodoxe ein Gerüst starrer Traditionen auf den Beinen gehalten. Jetzt stehen wir vor dem mutigen Schritt eines Seiltänzers, über dem Abgrund wieder christliche Bewegungsfreiheit zu gewinnen. Das Kreuz des Herrn mögen dem Konzil den Mut dazu geben!“

πηγή   ÖKI

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