Syriens Morgenröte beginnt am Samstag

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Von Heinz Gstrein

Mit Einwilligung von Machthaber Baschar al-Assad zur von Amerikanern und Russen geforderten Waffenruhe in Syrien haben sich am Donnerstag alle Bürgerkriegsparteien mit Ausnahme der radikalen Islamisten auf Feuereinstellung bis zum Wochenende festgelegt. Das wird sich sicher nicht in so kurzer Frist an allen oft so verschlungenen Fronten durchziehen lassen. Von vitaler Bedeutung sind daher genaue Karten konkreter „Beruhigungszonen“, an denen jetzt fieberhaft gearbeitet wird. Darin zeigen sich alle Beobachter einig, ob in Damaskus, Beirut, Bagdad oder Istanbul. Doch sehen sie das Tor zum Frieden endlich aufgestoßen.

Erste Nutznießer des Befriedungskonzepts der Großen Zwei mit Einbindung der Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien werden Syriens seit fünf Jahren von Krieg, Folter, Unterdrückung und Not gepeinigte Menschen sein. Den politischen Hauptgewinn streicht aber zweifellos das bunt zusammen gewürfelte Lager der Gemäßigten aus oppositionellen Offizieren, Kurden, Liberalen und Linken, Christen und Schiiten, aber auch Sunniten ein, die sich weder den Muslim-Brüdern, noch Al-Kaida oder dem Islamischen Staat (IS) verbunden fühlen. Ihre harte Haltung bei den letzten Gesprächen in Genf, wo sie sich auf keine Verhandlungen ohne vorherigen Waffenstillstand einließen, hat zum Erfolg geführt. Zwar handelt es sich bei ihnen – abgesehen von den kurdischen Volksverteidigungs-Kräften YPG – um die militärisch schwächste Gruppierung im Bürgerkrieg. In ihren Reihen werden aber einzig die demokratischen Ideale des „Arabischen Frühlings“ hochgehalten, in dessen Zeichen 2011 das Aufbegehren gegen die Assad-Diktatur begonnen hatte.

Draußen vor der Tür bleiben fortan von Syriens interventionslüsternen Nachbarn die Türken. Ihr Staatschef Tayyip Erdogan hat einfach zu hoch gepokert, indem er einerseits die Islamisten unterstützte und sodann auch den syrischen Kurden wie der PKK im eigenen Land ein Grab zu schaufeln begann. Ankara kann nicht länger unter dem Vorwand Syrien seine eigenen Schäfchen ins Trockene bringen. Das wird sich gleich beim Flüchtlingsgipfel EU-Türkei am 7. März auf eine entschlossenere europäiische Gangart zum Regime von Ankara auswirken.

Die islamistischen Außenseiter mit dem IS an der Spitze bekommen nun endgültig den Schwarzen Peter aufgejasst. In ihrer Auslöschung sind sich nun alle einig. Ohne solche bliebe der syrische Freundsanlauf Stückwerk, gäbe es weiter Verfolgte und Vertriebene bis nach Europa herein. Auch die endgültige Ablösung von Präsident Assad dürfte erst kommen, wenn in Syrien der letzte Dschihadist in den Sand gebissen hat.

Noch nie waren Obama und Putin bei den Menschen in Syrien, in türkischen, jordanischen und libanesischen Lagern, am langen Marsch den Balkan und Italiens Stiefel herauf sowie in Asylantenheimen bei uns so populär wie jetzt durch ihren gemeinsamen Waffenstillstand. Wenn es nach den Syrerinnen und Syrern ginge, hätten sie den nächsten Friedensnobelpreis schon im Sack!

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