Um Erdgas und Schutz vor Abenteurer Erdogan

cyprus

 

Von Heinz Gstrein

Übertönt vom benachbarten Bürgerkrieg in Syrien hat sich in Nikosia recht still eine Weichenstellung vollzogen, die für Nahost  völlig neue und ausgesprochen konstruktive Konstellationen ins Spiel bringt: Die Regierungschefs von Israel und Griechenland einigten sich mit Zyperns Präsidenten Nikos Anastasiades über eine weitreichende Zusammenarbeit, die nicht nur der Sicherheit der drei exponierten Staaten dient.

Gemeinsamer Feind aller drei Staaten des neuen „Trios von Nikosia“ ist die Türkei. Für Zypern liegt das schon längst auf der Hand, da Ankara ab 1974 das nördliche Drittel der Inselrepublik besetzt hält. Zu Israel unterhielten die muslimischen Türken bis zuletzt überraschend gute Beziehungen. Schließlich hatten sie nicht nur vor 500 Jahren die aus Spanien vertriebenen Juden aufgenommen, sondern auch die ersten zionistischen Siedler nach Palästina gelassen, solang dieses bis 1918 noch unter ihrer Herrschaft stand. Erst Tayyip Erdogan wurde im Bund mit den arabischen Muslim-Brüdern zum erklärten Feind des „Judenstaates“. Für diesen lag es daher jetzt nur auf der Hand, sich mit den von der Türkei nach wie vor bedrängten Zyperngriechen zusammenzutun. Das stellt insofern eine historische Wende dar, als Zypern seit seinem Erzbischof-Präsidenten Makarios immer den Arabern und besonders den Palästinensern die Stange gehalten hatte. Griechenland wiederum sieht sich zwar heute keiner türkischen Aggression wie zuletzt 1996 ausgesetzt. Doch leidet es als nächster EU-Staat am meisten unter den Migranten-Massen, die vom Regime Erdogan über relativ schmale Meerengen in Richtung seiner Inseln entfesselt werden. Darüber hinaus wurde bei der mittwöchigen Debatte im türkischen Parlament unverblümt gefordert, nach dem russischen Kampfbomber über Syrien auch griechische Flugzeuge über der Ägäis abzuschießen und Schiffe des Athener Erbfeinds zu versenken.

Zwar blieben die Details der zwischen Nethanyahu. Tsipras und Anastasiadis bei ihrem Gipfel anvisierten gemeinsamen Sicheitsschirme noch geheim. Die Türkei muss aber in absehbarer Zeit damit rechnen, bei weiteren Nadelstichen gegen die militärisch schwachen Zyprioten und die seit ihrer Finanzkrise fast wehrunfähig gesparten Griechen auf die Israelis mit ihrer einmaligen Luftüberlegenheit im ganzen östlichen Mittelmeerraum zu stoßen.

Solche Zwischenfälle sind konkret in der Meeresecke zwischen Zypern, Israel und Kreta vorprogrammiert. Dort wurden am Grund reiche Erdgasvorkommen geortet. Ihre gemeinsame Ausbeutung ist jetzt mit Nikosia beschlossene Sache. Auch Ägypten nimmt als stiller Teilhaber an der Partie teil. Die Türkei hingegen, die im Namen ihrer Besatzungszone „Türkische Republk Nordzypern“ ebenfalls Anspruch erhoben hatte, schaut jetzt durch die Finger. Besonders schmerzhaft zu einem Zeitpunkt, da die russische Gazprom vor dem Hintergrund der Spannungen Ankaras mit Moskau die Preise für türkische Abnehmer um 10,25 Prozent erhöht.

Das energie-arme Israel erhält Zugang zu weiteren von ihm dringend benötigten Reserven. Nikosia und Athen wiederum gibt der junge Erdgassegen mehr Hoffnung, aus ihrer Verschuldung herauszukommen. Alle drei Partner des Gipfels von Nikosia können daher nur profitieren. Erdogan hingegen bleibt der Schwarze Peter!

 

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