70 Jahre byzantinisches Ordinariat in Österreich

Unbenannt

 von Heinz Gstrein

Wien. Die österreichischen Ostchristen byzantinischer Tradition in Gemeinschaft mit Rom haben am 4. Dezember das siebzigjährige Bestehen ihrer eigenen Kirchenverwaltung gefeiert. Diese wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für ukrainische, rumänische und südslawische Flüchtlinge geschaffen. Die meisten von ihnen zogen nach Canada und den USA weiter. Eine Neubelebung des kirchlichen Lebens gab es dann nach der Wende von 1990 durch Zuzug aus der Ukraine, Slowakei, Rumänien und dem zerfallenden Jugoslawien. Dazu kamen ab 2003 auch irakische und nach 2011 syrische Melkiten. Wissenschaftliche und spirituelle Schwerpunkte entstanden mit dem Internationalen Theologischen Institut (ITI) in Trumau bei Wien und dem Byzantinischen Gebetszentrum in Salzburg.

Das alte Österreich-Ungarn war die Heimat dieser Ostkatholiken gewesen oder ihre Schutzmacht im Osmanischen Reich. Die Wiener Kultusverwaltung hatte für sie den fortan gängigen Sammelbegriff „griechisch-katholische Kirche“ geschaffen, So fanden sich zu der 70-Jahrfeier im erzbischöflichen Palais nicht nur byzantinische Christen aus Österreich, sondern aus der ganzen ehemaligen Donaumonarchie ein. Diese hatte von im Zug ihrer Ausdehnung vorgefundene Ostkatholiken in Galizien, der Karpathenukraine und Kroatien unter ihren Schutz genommen. Im Fall der Rumänen von Siebenbürgen und dem Banat war ihre „Union“ mit Rom jedoch eine zwiespältige Sache; Einerseits gab es spontane Anhänger der Union, die in ihr eine Stützung des romanischen Erbes der Rumänen sahen. Andererseits gab es starken orthodoxen Widerstand. Dessen „Rädelsführer“ ließ Kaiserin Maria Theresia in der Tiroler Grenzfestung Kufstein einkerkern und dort regelrecht zu Tod hungern, wenn sie sich nicht Rom unterwarfen.

Auf orthodoxer Seite hat das natürlich schmerzliche Erinnerungen hinterlassen. So nahm auch keiner der in Wien amtierenden und eingeladenen griechisch-orthodoxen Bischöfe an der Feier zum 70jährigen Bestehen des byzantinischen Ordinariates teil; Schade! Sie hätten so einiges vernommen, was dessen neues Selbstverständnis als stabile Brücke zwischen Orthodoxen und Katholiken und nicht mehr als Abspaltung von jenen ausmacht.

Verschiedene Festredner unterstrichen, dass die Communio der byzantinischen Unierten mit Rom von Wiederaufnahme der Gemeinschaft mit ihren orthodoxen Mutterkirchen vollendet werden muss. Konkret wurden die „Zoghby-Initiative“ für eine Wiedervereinigung im Patriarchat von Antiochia und die „Kiewer Arbeitsgruppe“ zwischen dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel und der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche vorgestellt.

Ihr Protosynkellos (Generalvikar) für Österreich, Erzpriester Yuriy Kolasa, dankte dem trotz gesundheitlicher Beschwerden persönlich anwesenden Nuntius Peter Zurbriggen für das Erscheinen und seine bewährte Unterstützung für die Anliegen der Ostchristen in Gemeinschaft mit Rom.

Nach einem spontan eingeschobenen Konzert von Seminaristen aus Trumau mit byzantinisch-slawischer Kirchenmusik erschien arg verspätet der Hausherr und Ordinarius des byzantinischen Ritus in Österreich, Kardinalerzbischof Christoph Schönborn. Er feierte anschliessend auch die Jubiläumsmesse im Stephansdom.

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