Letzte Chance dem Frieden

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Von Heinz Gstrein

IS-Konflikt und Weltlage rufen von Syrien bis Libyen nach Kompromissen

Zu Syrien herrscht endlich Übereinstimmung im UN-Sicherheitsrat. Gewalt und Zerstörung, Not, Flüchtlingselend, Hass und Fanatismus waren in diesem fünften Bürgerkriegsjahr ins fast Unertragbare gewachsen. Jetzt sucht die Welt nach einem Ausweg aus dieser inzwischen auch global flammenden Hölle. Dabei kommt in Nahost – aber auch für den ähnlichen Konflikt in Libyen – zum ersten Mal seit langem wieder so etwas wie Hoffnung auf. In Beirut und Jerusalem, Teheran und Ankara, doch vor allem in Damaskus selbst wird auf den entscheidenden Unterschied zur erfolglosen Friedenssuche vom Januar und Februar 2014 in Montreux und Genf  hingewiesen. Er liegt zunächst bei der seitdem hochkatapultierten Bedrohung aller anderen Bürgerkriegsparteien durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Mehr noch: Ihre Bomben und Maschinenpistolen säen inzwischen Tod und Angst in der gesamten Welt.

Dazu kommt die Gefahr eines neuen Weltkriegs, seit Russlands bewaffnetes Eingreifen in Syrien früher oder später eine Kollision mit der amerikanisch geführten „Allianz gegen den Terrorismus“ fast unausweichlich macht. Was geschieht, wenn statt Russen und Türken im syrischen Luftraum die Flieger Putins mit den Piloten Obamas zusammenstoßen? Dabei wäre der IS ihr gemeinsamer Feind. Da gilt es, endlich auch einen Mindestkonsens zwischen syrischen Demokraten und gemäßigten Muslimen mit dem vom Kreml gestützten Regime in Damaskus gegen die teuflischen Fanatiker von Rakka und Mossul auf die Beine zu bringen. Präsident Assad macht sich wieder Hoffnung auf sein Verbleiben in einer Art Ausgedinge der Macht. Getreu seiner Rolle als Schirmherr der Christen vor dem Gewaltislam hat er mit seiner Frau am 4.-Advent-Gottesdienst in einer Marienkirche nahe der Front zum Islamischen Staat (IS) teilgenommen. Auch Maronitenpatriarch Bischara Rai unterstrich mit einer Bischofsweihe in der syrischen Assad-Hochburg und Russenbasis Tartus, dass inzwischen der Kampf gegen den IS und nicht länger jener zum Sturz des Regimes von Damaskus den Vorrang genießt!

Auf eine derartige „Übergangslösung“ weist auch die neueste Entwicklung in Syriens exponiertem Nachbarland Libanon hin. Beirut hatte es lang erfolgreich verstanden, ein Übergreifen der Kämpfe auf sein kleines Territorium abzuwehren. Nicht ganz so erfolgreich gestaltete sich die Bewahrung der libanesischen Sunniten vor den Einflüssen der syrischen Muslim-Brüder und der vernichtenden Ideologie des „Islamischen Staates“. Doch stellt die starke und straff organisierte Schiitenmiliz der „Partei Allahs“ (Hizbollah) dazu ein – noch – ausreichendes Gegengewicht dar. Deshalb wird sie auch von einem Teil der libanesischen Christen politisch unterstützt. Dieser schiitisch-maronitischen Front stehen aber die sunnitischen Kräfte mit christlichen Rechtsfraktionen gegenüber und blockieren in Beirut die schon längst fällige Präsidentenwahl.

Erst für einen neuen Versuch zum Jahreswechsel bietet sich ein rundum akzeptabler Kandidat für das Präsidentenamt an: Der Maronit Suleiman Frandschieh aus einer christlichen, national-libanesischen, doch traditionell syrerfreundlichen Politikerfamilie.

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